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Klonen
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Klonen (altgr. ÎșλÏΜ klon âZweigâ, âSchöĂlingâ) bezeichnet die Erzeugung eines oder mehrerer genetisch identischer Individuen von Lebewesen. Die Gesamtheit der genetisch identischen Nachkommenschaft wird bei ganzen Organismen wie auch bei Zellen als Klon bezeichnet. Das Erzeugen von identischen Kopien einer DNA wird hingegen als Klonieren bezeichnet.
Contents
⹠BegriffsklÀrung
âą Klontechniken
âą Gesetzeslage
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
BegriffsklÀrung
In Zoologie und Botanik einerseits und der Reproduktionsmedizin und Zellbiologie andererseits werden verschiedene Begriffe als Klonen bezeichnet. So verstehen Zoologie und Botanik unter Klonen die teils natĂŒrliche, teils aber auch kĂŒnstliche Entstehung neuer, erbgleicher Nachkommen aus gröĂeren Gewebe- oder Organeinheiten eines Organismus. Einzellige Tiere, beispielsweise Amöben und Pantoffeltierchen, einige niedere Tiere, beispielsweise Polypen, alle Bakterien und alle Pflanzen besitzen die Möglichkeit des Klonens zur ungeschlechtlichen, d. h. vegetativen Vermehrung von Natur aus â Klonen stellt einen bedeutenden Beitrag in der Vermehrung dieser Lebewesen dar. Bei höheren Tieren ist die vegetative Vermehrung bedingt durch die wachsende KomplexitĂ€t (d. h. die Zunahme der Zellzahl, die dauerhafte und weitgehend unumkehrbare Differenzierung der Zellen und der Bildung von Organen aus Geweben) sowie der ausschlieĂlich heterotrophen ErnĂ€hrungsweise nicht mehr möglich. Bei Amphibien können verlorene ExtremitĂ€ten zwar unter UmstĂ€nden vollstĂ€ndig regenerieren, das Heranwachsen eines kompletten Individuums aus einer ExtremitĂ€t, beispielsweise einem Bein, ist jedoch unmöglich.
Im Gegensatz hierzu bezeichnet man in der Reproduktionsmedizin und Zellbiologie als Klonen im engeren Sinne die kĂŒnstliche Erzeugung eines vollstĂ€ndigen Organismus oder wesentlicher Teile davon, ausgehend von genetischer Information (DNA), die einem bereits existierenden Organismus entnommen wurde. Hierbei wird in einem Zwischenschritt die Gewinnung bzw. Erzeugung von totipotenten Zellen und ein Limiting Dilution Cloning nötig, in der Regel embryonaler Stammzellen. In allen FĂ€llen kann auf diese Weise eine Ontogenese (Entwicklung) eingeleitet werden, die zu einem neuen, genetisch identischen Individuum fĂŒhrt, wodurch zusammen mit dem Spenderindividuum ein Klon gebildet wird. Der normalerweise nötige Vorgang der Fertilisation (Befruchtung), bei der zwei haploide (âhalbeâ) Genome zweier Individuen zu einem neuen diploiden Chromosomensatz vereint werden (Geschlechtliche Fortpflanzung), wird umgangen.
Bei höheren Organismen sind streng genommen alle Zellen trotz unterschiedlicher Funktionen Klone der befruchteten Eizelle (Zygote). Klonen (vegetative Vermehrung) ist somit Voraussetzung zur Bildung, IntegritÀt und Funktion eines mehrzelligen Organismus, in dem alle Zellen das gleiche Erbgut tragen.
Das natĂŒrliche Pendant zum kĂŒnstlichen Klonen ist die Entstehung eineiiger Zwillinge durch Teilen der Zygote und getrennter Entwicklung der âTochterzygotenâ zu eigenstĂ€ndigen Embryonen.
Klontechniken
In der Landwirtschaft
In der Landwirtschaft hat die ungeschlechtliche, d. h. vegetative Vermehrung, das Klonen von Kulturpflanzen, eine sehr lange Tradition. Damit soll erreicht werden, dass das Genom von Kulturpflanzen, die in der Regel durch ZĂŒchtung gewonnen wurden und bestimmte genetisch determinierte Eigenschaften besitzen, durch die Vermehrung nicht verĂ€ndert wird. Zum Beispiel sind aus Knollen entstehende neue Kartoffelpflanzen Klone, genauso alle Zwiebelpflanzen oder aus Ablegern gewonnene ErdbeerÂpflanzen. Auch der gesamte Weinanbau beruht auf Stecklingsvermehrung, und Rebsorten sind im biologischen Sinne Klone. Das Gleiche gilt fĂŒr alle Apfelsorten und die meisten anderen Obstsorten, die vegetativ durch Pflanzenveredelung vermehrt werden.cite-ref-1[1]
Bei ausdauernden Kulturpflanzen, etwa bei Reben, wird meist klonenreines Pflanzgut in Verkehr gebracht, d. h. alle Reben eines bestimmten Klones stammen von einer einzigen Mutterpflanze ab. Somit ist gewĂ€hrleistet, dass der gesamte Bestand innerhalb einer Kultur, etwa eines Weinberges, gröĂtmöglich homogen ist. Der klonenreine Anbau wird teilweise mit uniformen Weinen in Verbindung gebracht, daher pflanzen einige Winzer mittlerweile Klonengemische, also verschiedene KlonherkĂŒnfte etwa der Sorte Riesling, an.
In der Zellbiologie und Reproduktionsmedizin
Bei Embryonen höherer Organismen ist die Entnahme von Zellen vor dem 8-Zell-Stadium eine der Möglichkeiten zur Herstellung von Klonen. Theoretisch ist die Herstellung von acht genetisch identischen Organismen, die zusammen einen Klon bilden, durch diese Methode möglich.
Die heute verwendete Methode des Klonens beruht auf der natĂŒrlichen Entwicklung eines neuen Organismus nach Nukleustransfer des Erbmaterials in eine normale Eizelle. Es gibt bisher kein Verfahren, mit dem man aus einem ausgewachsenen Tier ein neues, identisches, ausgewachsenes Tier herstellen könnte.
FĂŒr einen Nukleustransfer wird dem zu klonenden Organismus eine Zelle entnommen und daraus der Zellkern isoliert. Dieser Zellkern wird in eine unbefruchtete Eizelle, deren Zellkern entnommen worden ist, eingesetzt. Zur Anregung des natĂŒrlichen Programmes der weiteren Entwicklung wird die Eizelle entweder einem StromstoĂ oder einem chemischen Stimulus ausgesetzt.
Je nach Art der weiteren Verwendung wird mit der Zelle nun unterschiedlich verfahren, siehe dazu die entsprechenden Abschnitte.
Da die Mitochondrien der Eizelle, die ĂŒber eigene Erbinformationen verfĂŒgen, bei diesem Vorgang nicht ausgetauscht werden, entsteht mit dieser Methode kein genetisch identischer Klon, es sei denn, die Eizelle stammt vom Quellorganismus selbst. Ansonsten trĂ€gt der Klon im Zellkern die Erbinformation aus dem Quellorganismus, in den Mitochondrien aber die (Mitochondrien-)Erbinformation des Organismus, von dem die verwendete Eizelle stammt.
Therapeutisches Klonen
Beim therapeutischen Klonen wird der Embryo nach wenigen Zellteilungen zerstört und die einzelnen Zellen in einer Kultur zum weiteren Wachstum gebracht. Mit Hilfe geeigneter chemischer und biologischer Stimuli (Wachstumsfaktoren) lĂ€sst sich aus diesen Stammzellen möglicherweise jede Gewebeart, vielleicht sogar ganze Organe zĂŒchten, oder die Stammzellen werden direkt in den Körper des Patienten eingebracht. Im Januar 2008 berichtete eine US-amerikanische Forschergruppe in einem Fachartikel, ihr sei erstmals das Klonen menschlicher Zellen gelungen. Die Blastozysten entwickelten sich dem Fachartikel zufolge bis zum 4. Tag nach dem Zellkerntransfer.cite-ref-2[2]
Der Vorteil dieser geklonten embryonalen Stammzellen liegt zum einen gegenĂŒber adulten pluripotenten Stammzellen in der (zurzeit noch) gröĂeren Vielfalt an zĂŒchtbaren Gewebearten und zum anderen gegenĂŒber fremder bereits existenter embryonaler Stammzellen (z. B. aus ĂŒberzĂ€hligen Embryonen von IVF-Versuchen) in der weitgehend vollstĂ€ndigen genetischen IdentitĂ€t dieser Stammzellen mit dem Patienten (nur das Genom der Mitochondrien (ca. 0,002 % des Gesamtgenoms) entspricht bei einer fremden Eizellspende nicht dem Genom des Patienten). Damit ist eine immunologische Abwehrreaktion des EmpfĂ€ngerkörpers weitgehend ausgeschlossen. Gefahren, wie das Entstehen von Tumoren (Krebs) durch diese Stammzellen, sind noch nicht abschĂ€tzbar und mĂŒssten vor einer Anwendung dieser Methode am Menschen wohl erst noch abgeklĂ€rt werden.
Reproduktives Klonen
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Hauptartikel
:
Somatischer Zellkerntransfer
Beim reproduktiven Klonen wird der Embryo von einer Leihmutter ausgetragen. Die Methode des Nukleustransfers ist bei vielen SĂ€ugetieren gelungen.
Tiere
Bei Tieren verlief das Klonen bereits erfolgreichcite-ref-3[3] beim Hausschaf (Dolly, Juli 1996), bei der Hausmaus (Cumulina, Dezember 1997), beim Hausrind (Juli 1998), bei der Hausziege (Oktober 1998), beim Hausschwein (MĂ€rz 2000), Mufflon (Juli 2000), Gaur (Januar 2001) und Hauskaninchen (Mai 2001), bei der Hauskatze (CC, Dezember 2001) und Wanderratte (November 2002), beim Maultier (Mai 2003) und Hauspferd (Prometea, Mai 2003), bei der Afrikanischen Wildkatze (August 2003), beim Rothirsch (MĂ€rz 2004), Frettchen (MĂ€rz 2004), WasserbĂŒffel (MĂ€rz 2005),cite-ref-4[4] Haushund (Snuppy, April 2005) und Wolf (Oktober 2005). 2007 wurde von Stammzellforschern erstmals ein Rhesusaffe geklont,cite-ref-5[5] (2017 folgten zwei geklonte Javaneraffencite-ref-6[6]) und 2009 gaben Forscher aus Dubai bekannt, ein Dromedar (Injaz) geklont zu haben.cite-ref-7[7] Heute werden vor allem Zuchtpferde mit hohen sportlichen Erfolgen bereits im gröĂeren Umfang geklont. Im Jahr 2008 kamen in SĂŒdkorea sieben geklonte DrogenspĂŒrhunde zur Welt, die, so die Hoffnung der sĂŒdkoreanischen Zollbehörde, Ă€hnlich erfolgreich sein wĂŒrden wie das Original, ein Golden Retriever namens âChaseâ.
Im August 2020 wurde in Texas von einem Hauspferd ein Przewalski-Fohlen geboren, das auf Grundlage der DNA eines mÀnnlichen Przewalski-Pferds geklont worden war, dessen Zellen man 40 Jahre zuvor tiefgefroren hatte. Nach Angaben des San Diego Zoo, dank dessen Projekts San Diego Zoo Global Frozen Zoo die Zellen gesichert worden waren, handelte es sich um das weltweit erste erfolgreich geklonte Przewalski-Pferd. Zugleich seien in den Zellen des Fohlen zuvor nicht mehr bei lebenden Tieren vorhandene Genvarianten wiederbelebt worden.cite-ref-8[8]
Im Dezember 2020 wurde ein SchwarzfuĂiltis-Weibchen namens Elizabeth Ann geboren, basierend auf der DNA eines 1988 gestorbenen Weibchens namens Willa. Alle heute lebenden SchwarzfuĂiltisse stammen von sieben ĂŒberlebenden Tieren aus den frĂŒhen 1980er Jahren ab, bei denen der Genpool noch nicht so stark verarmt war, wie bei der aktuellen Population.cite-ref-9[9]cite-ref-10[10]
Die Ausbeute, also die Anzahl der tatsĂ€chlich entwickelten Organismen im Vergleich zu der Gesamtzahl an Zellen, die dem Nukleustransfer unterzogen worden sind, war zunĂ€chst sehr gering. Nur wenige Promille bis Prozent der so erzeugten Eizellen entwickelten sich zu Embryonen und Föten und wurden gesund geboren. Als Grund fĂŒr die hohe Fehlerquote wurden epigenetische PhĂ€nomene angenommen (Imprinting).
Seit 2014 werden transgene Schweine als Versuchstiere fĂŒr die Pharmaindustrie geklont. Bei diesen Tieren wurde die DNA so verĂ€ndert, dass die Tiere besonders anfĂ€llig fĂŒr bestimmte Krankheiten wie Alzheimer sind und fĂŒr den Test von Medikamenten geeignet sind. Die Erfolgsrate beim Klonen betrĂ€gt 70â80 %.cite-ref-11[11]
Menschen
2006 berichteten Panayiotos Zavos und Karl Illmensee in den Archives of Andrology, sie hĂ€tten in den USA erstmals das Erbgut aus Körperzellen eines infertilen Mannes in 16 Eizellen (13 Kuh-Eizellen und 3 seiner Frau) ĂŒbertragen. Dabei habe sich neben sieben der Kuhzellen auch aus einer der menschlichen Eizellen ein Embryo entwickelt. Jener sei in eine GebĂ€rmutter eingesetzt worden, woraus sich aber keine Schwangerschaft entwickelt habe.cite-ref-12[12]
Im Jahre 2008 implantierte der amerikanische Fruchtbarkeitsspezialist Samuel H. Wood eigene Hautzellen in Embryos, zerstörte diese jedoch anschlieĂend. Obwohl die Pluripotenz dieser Zellen nicht untersucht wurde, gilt er damit als der erste Mensch, der sich geklont hat. Im Jahr 2013 wurden per Zellkerntransfer pluripotente menschliche Stammzellen aus Spenderzellen von Kindern gewonnen und zu spezialisierten Zellen der BauchspeicheldrĂŒse sowie zu Blut-, Herz-, Leber- und Nervenzellen entwickelt.cite-ref-13[13] 2014 wurde erstmals ein Zellkerntransfer mit menschlichen Zellkernen von Erwachsenen durchgefĂŒhrt.cite-ref-14[14]
Gesetzeslage
Derzeit besteht weltweit weitgehend Einigkeit, dass das reproduktive Klonen von Menschen zu Ă€chten ist und verboten sein sollte. Dagegen herrscht ĂŒber die ZulĂ€ssigkeit des therapeutischen Klonens erbitterter Streit, der sogar vor der UNO ausgetragen wurde. Dort scheiterte im Rechtsausschuss eine Konvention zum Verbot des Klonens daran, dass etwa 60 Staaten unter der FĂŒhrung Costa Ricas und der USA damit zugleich ein weltweites Verbot des therapeutischen Klonens verbinden wollten. Ebenso wenig fand der entgegengesetzte Vorschlag Belgiens die notwendige Zweidrittelmehrheit, der die Regelung des therapeutischen Klonens den einzelnen Staaten freistellen wollte. Am 8. MĂ€rz 2005 wurde eine unverbindliche Deklaration erarbeitet, die diesen Streit in der Schwebe lĂ€sst.
In Deutschland ist das reproduktive Klonen mittels embryonaler Stammzellen gemÀà § 6 und das therapeutische Klonen nach § 1 Abs. 2 und § 2 Abs. 1 Embryonenschutzgesetz strafbar, weil durch die Entnahme der embryonalen Stammzellen aus dem jungen Embryo in vitro der Embryo nicht einem seiner Erhaltung dienenden Zweck verwendet wird. Ein reproduktives Klonen mit Hilfe induzierter pluripotenter Stammzellen statt embryonaler Stammzellen fiele hingegen nicht unter dieses Verbot.
Damit ist aber nicht gesagt, dass diese Form des Klonens fĂŒr alle Zeiten unzulĂ€ssig ist, weil der Gesetzgeber (Bundestag und Bundesrat) das Embryonenschutzgesetz entsprechend Ă€ndern könnte. Das wĂ€re nur dann wiederum ausgeschlossen, wenn das therapeutische Klonen zugleich gegen die MenschenwĂŒrde des Embryos in vitro verstieĂe.
Diese Frage nach dem grundrechtlichen und bioethischen Status eines Embryos in vitro vor der Einnistung in den Mutterleib ist heftig umstritten und derzeit noch nicht geklĂ€rt. Die herrschende Meinung nimmt an, dass mit der Verschmelzung der Vorkerne von Ei- und Samenzelle zum Hauptkern der Zygote menschliches Leben entsteht, das sich von da an als Mensch weiterentwickelt und dem deshalb auch der Schutz der MenschenwĂŒrde nach Art. 1 GG zukommt. Dieser frĂŒheste Zeitpunkt, ab dem ein Lebensschutz jedenfalls begrĂŒndbar erscheint, liegt auch dem Grundgedanken des Embryonenschutzgesetzes zu Grunde.
Allerdings ist auch in Deutschland die Ansicht im Vordringen begriffen, die den Lebensschutz des Grundgesetzes mit der Nidation, also der Einnistung des Embryos in den mĂŒtterlichen Organismus, einsetzen lĂ€sst. Das legen Erkenntnisse der medizinischen Anthropologie nahe, nach denen eine Wechselwirkung zwischen Embryo und Mutterkörper erforderlich ist, damit sich der Embryo ĂŒberhaupt zu einem Menschen entwickeln kann. Ohne diesen Impuls, ohne Nidation, entsteht niemals ein Mensch, der Embryo entwickelt sich gleichsam ins Nichts. Dieser Ansicht entspricht die geltende Rechtslage in GroĂbritannien.
Die rechtliche Lage in einzelnen LĂ€ndern der EuropĂ€ischen Union zum Klonen hat das Max-Planck-Institut fĂŒr auslĂ€ndisches und internationales Strafrecht in einem Ăberblick erarbeitet.cite-ref-15[15]
Klonen in Kunst und Literatur
Vor allem in zahlreichen Science-Fiction-Werken tritt reproduktives Klonen hĂ€ufig als Mittel zur Fortpflanzung einer Spezies auf. So besteht die zivilisierte Gesellschaft in Aldous Huxleys Roman Schöne Neue Welt ausschlieĂlich aus unterschiedlich entwickelten Klonen, und im berĂŒhmten Star-Wars-Franchise werden mehrere Millionen âKlon-Kriegerâ zum Aufbau einer galaktischen Armee in Massenproduktion hergestellt. Hierzu werden riesige Klonkammern, beschleunigtes Lernen und genetische Modifikationen in Bezug auf Gehorsam und biologisches Wachstum verwendet. In der Fernsehserie Stargate â Kommando SG-1 verwendet die Rasse der Asgard das reproduktive Klonen wiederholt anstelle der natĂŒrlichen Fortpflanzung, was zu einer DNA-Degeneration fĂŒhrt. Weitere Beispiele fĂŒr Klone als ArbeitskrĂ€fte oder Soldaten sind die Filme Moon, Cloud Atlas und Oblivion.
Zunehmend befassen sich viele Medien auch mit den unmittelbaren ethischen Folgen des Klonens. So ist in dem US-amerikanisch-kanadischen Film The 6th Day das Klonen verstorbener Haustiere ein gĂ€ngiges GeschĂ€ft, das von Menschen jedoch verboten. Der deutsche Film Blueprint, eine Verfilmung des gleichnamigen Buches von Charlotte Kerner mit Franka Potente, beleuchtet das Leben einer Pianistin und ihrer geklonten Tochter. Der US-amerikanische Film Die Insel erzĂ€hlt von Klonen, die als eine Art Ersatzteillager von einem Konzern gezĂŒchtet und manipuliert werden. Auch in Ken Folletts Roman Der dritte Zwilling bekommt das Klonen von Menschen eine tragende Rolle. Die Protagonistin entdeckt durch ihre Forschungen zufĂ€llig ein Zwillingspaar, das sich nicht kennt. Im Laufe der Geschichte wird bekannt, dass es insgesamt acht Klone gibt, die vom MilitĂ€r erzeugt wurden, um eine Art Supersoldat zu kreieren.
Der deutsche Autor Andreas Eschbach beleuchtet das Klonen in seinem Sachbuch Das Buch von der Zukunft und im Jugendroman Perfect Copy. Im Roman Alles, was wir geben mussten von Kazuo Ishiguro sind die Helden Klone, die ihre Organe normalen Menschen spenden sollen. Der erste Roman, der den Klon als Ersatzteillager zum Thema hat, erschien bereits 1992: Duplik Jonas 7 von Birgit Rabisch.
Siehe auch
Literatur
âą Jens Kersten: Das Klonen von Menschen. Eine verfassungs-, europa- und völkerrechtliche Kritik. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2004, ISBN 3-16-148464-9.
âą Chih-Chung Chen: Rechtsfragen des therapeutischen Klonens. Eine Untersuchung am Beispiel biomedizinischer Forschung im Rechtsvergleich zwischen dem deutschen und dem taiwanesischen Recht. In: Medizinrecht in Forschung und Praxis, Bd. 7. Hamburg 2006, ISBN 3-8300-2669-2.
âą Norbert Arnold: Forschungsklonen mit menschlichen Zellen â wissenschaftlicher Meilenstein oder ethischer Dammbruch?, Analysen & Argumente, Mai 2013, ISBN 978-3-944015-66-8.
Weblinks
Wiktionary: klonen
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Commons
: Klonen
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Ăberblick zu Klon- und Stammzellforschung von wissenschaft-online
âą Stellungnahme des Nationalen Ethikrates zum Thema Klonen (Memento vom 10. Oktober 2006 im Internet Archive) (PDF; 432 kB)
âą Kath. ErklĂ€rung âDignitas Personaeâ (2008) Nr. 28â30
âą Katrien Devolder: Cloning. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
âą Bertha Alvarez Manninen: Cloning. In: James Fieser, Bradley Dowden (Hrsg.): Internet Encyclopedia of Philosophy.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Bundesinformationszentrum fĂŒr Landwirtschaft (BLE): Was versteht man in der Landwirtschaft unter Klonen? 2021
cite-note-22. â Andrew J. French et al.: Development of Human Cloned Blastocysts Following Somatic Cell Nuclear Transfer with Adult Fibroblasts. In: Stem Cells. Band 26, Nr. 2, Februar 2008, S. 485â493, doi:10.1634/stemcells.2007-0252.
cite-note-33. â Die Angaben zu den zwischen 1996 und 2005 geklonten Arten entstammen einer Ăbersicht von Michael Detering in: Aufmarsch der Klonsteaks. In: Wirtschaftswoche, Nr. 6, 2009, S. 72â78
cite-note-44. â First cloned buffalo born. news.xinhuanet.com 21. MĂ€rz 2005
cite-note-55. â J. A. Byrne et al.: Producing primate embryonic stem cells by somatic cell nuclear transfer. In: Nature. Band 450, 2007, S. 497â502, doi:10.1038/nature06357 Erstmals Affe geklont. dw-world.de, 15. November 2007
cite-note-66. â Zhen Liu et al.: Cloning of Macaque Monkeys by Somatic Cell Nuclear Transfer. In: Cell. Online-Vorabveröffentlichung vom 24. Januar 2018, doi:10.1016/j.cell.2018.01.020
cite-note-77. â Das erste Klon-Dromedar ist auf der Welt. derstandard.at, 14. April 2009
cite-note-88. â Birth of Cloned Przewalskiâs Foal Offers Genetic Diversity for This Endangered Species. (Memento vom 11. September 2020 im Internet Archive) Auf: sandiegozoo.org vom 4. September 2020. First Clone of Endangered Przewalskiâs Horse Born in Conservation Effort to Save the Species. Auf: time.com vom 6. September 2020.
cite-note-99. â Douglas Main: A black-footed ferret has been cloned, a first for a U.S. endangered species. National Geographic, 18. Februar 2021, abgerufen am 20. Februar 2021 (englisch).
cite-note-1010. â Ferret becomes first North American endangered species to be cloned. BBC, 20. Februar 2021, abgerufen am 21. Februar 2021 (englisch).
cite-note-1111. â David Shukman: China cloning on an 'industrial scale'. BBC News, 14. Januar 2014, abgerufen am 23. MĂ€rz 2014 (englisch).
cite-note-1212. â P. M. Zavos, K. Illmensee: Possible Therapy of Male Infertility by Reproductive Cloning: One Cloned Human 4-Cell Embryo. In: Archives of Andrology, 52, 2006, S. 243â254. PMID 16728339
cite-note-1414. â Young Gie Chung, Jin Hee Eum, Jeoung Eun Lee, Sung Han Shim, Vicken Sepilian, Seung Wook Hong, Yumie Lee, Nathan R. Treff, Young Ho Choi, Erin A. Kimbrel, Ralph E. Dittman, Robert Lanza, Dong Ryul Lee: Human Somatic Cell Nuclear Transfer Using Adult Cells. In: Cell Stem Cell (Online-Vorabveröffentlichung). doi:10.1016/j.stem.2014.03.015.
cite-note-1515. â MPICC: Rechtliche Regelungen zur Fortpflanzungsmedizin in europĂ€ischen LĂ€ndern. (PDF; 132 kB).